Liebe Frau Cremer-Altgeld,
ohne ausreichenden Schutz vor Kälte und Schnee müssen in Bosnien und Herzegowina derzeit viele geflüchtete Kinder in leerstehenden Gebäuden übernachten. Sie gehören zu den ungefähr 2.500 Menschen, die auf ihrer Flucht nach Europa in dem Balkanland gestrandet sind und bei aktuell eisigen Temperaturen oft vergeblich nach Schutz und Nahrung suchen.
"Ich schlafe seit zwei Monaten in leerstehenden Häusern und esse, was ich von Organisationen oder Einheimischen bekommen habe. Es ist zu kalt, um in diesen Gebäuden zu bleiben. Wir machen Feuer, aber dann kann man vor lauter Rauch nicht mehr atmen."
17-jähriger Jugendlicher in der bosnischen Stadt Bihac gegenüber Save the Children
Für Geflüchtete hat sich die Lage in Bosnien und Herzegowina im vergangenen Jahr deutlich verschlimmert. Gleich zwei große Camps wurden geschlossen, Unterkünfte für Schutzsuchende sind deshalb knapper denn je. Derzeit sind rund 500 unbegleitete Kinder in verschiedenen Unterkünften im Land registriert, außerdem etwa 450 Kinder mit ihren Familien.
Liebe Frau Cremer-Altgeld, ich versichere Ihnen, dass Save the Children alles tut, damit Kinder und Familien sicher und geschützt durch den Winter kommen. Unser Länderbüro in Bosnien und Herzegowina versucht, auch die zahlreichen Jugendlichen zu erreichen, die noch nicht offiziell registriert und damit von humanitärer Hilfe so gut wie ausgeschlossen sind. An den Grenzübergängen sind wir für Familien und geflüchtete Kinder da und helfen ihnen, in die Camps zu kommen, um sich dort registrieren zu lassen und Hilfe zu erhalten.
"Kinder sollten nicht ohne ein Dach über dem Kopf durch den Winter kommen. Sie sollten nicht ihr Leben und ihre Gesundheit riskieren, indem sie Wasser aus Flüssen trinken, bei niedrigen Temperaturen frieren oder aus Müll Feuer machen, um sich warm zu halten. Es ist wichtig, dass sie Zugang zu Schutz- und Gesundheitsmaßnahmen sowie anderen wichtigen Dienstleistungen haben. Das ist ihr Menschenrecht, aber angesichts der COVID-19-Epidemie auch eine Frage der öffentlichen Gesundheit."
Andrea Zeravcic, Länderdirektorin von Save the Children in Bosnien und Herzegowina
Wir haben die Behörden vor Ort aufgefordert, unverzüglich dafür zu sorgen, dass ausnahmslos alle Kinder registriert und genügend sichere Schlafplätze zur Verfügung gestellt werden. Auch die Bundesregierung rufen wir auf, sich auf europäischer Ebene für die geflüchteten Kinder und Familien einzusetzen. Denn alle Kinder haben das Recht auf Schutz und Sicherheit. Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit für Kinder in Not mit einer Spende. Vielen Dank!
|
Kommentare
Kommentar veröffentlichen